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Stille ist nicht immer die beste Wahl, Präsens schon..
Szeneninformationen
Szeneneinstellung
private Szene & feste Postreihenfolge
Datum
16.02.2026
03-05-2026, 09:13 AM
Szeneninformationen
Charaktere: Seojun Crowe & Caleb Montgomery
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 16.02.2026
Der letzte Gong schrillt durch das Klassenzimmer und für alle anderen klingt er wie Freiheit. Stühle schaben über den Boden, Taschen werden hastig gepackt, jemand lacht laut über irgendeinen Insider, den ich nicht kenne. Ich bleibe noch einen Moment sitzen. Tue so, als müsste ich noch etwas in mein Heft schreiben. In Wirklichkeit warte ich nur. Warte darauf, dass der Flur sich etwas leert. Dass ich nicht direkt im Strom lande. Mein Herz schlägt trotzdem schneller, noch bevor ich überhaupt aufgestanden bin. Ich weiß nicht, warum ich mir immer wieder einrede, dass es heute vielleicht anders wird. Dass sie heute vielleicht einfach an mir vorbeigehen. Ich schiebe mein Notizbuch in den Rucksack, ziehe den Reißverschluss langsam zu und hänge mir die Tasche über eine Schulter. Die Kopfhörer lasse ich um meinen Hals hängen. Musik würde helfen, aber ich will hören, was hinter mir passiert. Immer wissen, wo sie sind. Als ich die Klassenzimmertür öffne, schlägt mir sofort das Stimmengewirr entgegen. Der Flur ist voll. Ich gehe los, halte meinen Blick geradeaus gerichtet, als würde ich ein Ziel verfolgen.  „Ey, Crowe.“ Ich höre es sofort. Mein Nacken wird heiß. Ich reagiere nicht. Vielleicht haben sie jemand anderen gemeint. Tun sie nicht. „Hackerboy! Hast du heute wieder das WLAN geknackt?“ Gelächter. Dieses kurze, schneidende Lachen, das sich wie kleine Nadeln in meinen Rücken bohrt. Ich atme durch die Nase ein. Eins, zwei. Weitergehen. Dann kommt der erste Stoß.nur  um mich leicht zur Seite taumeln zu lassen. Meine Schulter streift gegen einen Spind. Ich fange mich, sage nichts. Mein Gesicht bleibt ruhig. Ich habe das geübt. „Pass doch auf, Mann“, sagt einer gespielt genervt. Noch ein Schubser, diesmal von der anderen Seite. Sie laufen jetzt neben mir, links und rechts, als würden sie mich eskortieren. Nur dass es keine Eskorte ist, sondern ein verdammtes Spiel für sie.
„Spiel uns doch was, Seojun“, sagt einer und macht mit den Fingern eine lächerliche Klavierbewegung in der Luft. „Irgendwas Depressives. Passt doch zu dir.“ Wieder Gelächter. Ich spüre, wie mein Kiefer sich anspannt. Ich könnte etwas sagen. Irgendwas Schlagfertiges. Aber ich kenne das Muster. Sage ich was, drehen sie es um. Schweige ich, nennen sie mich feige. Es gibt keine richtige Reaktion. Also entscheide ich mich fürs Schweigen. Mein Rucksack wird von hinten gepackt und ruckartig nach unten gezogen. Ich stolpere einen Schritt zurück. „Oh, sorry“, sagt einer, aber sein Grinsen passt nicht zum Wort. Ich ziehe den Rucksack wieder hoch und gehe weiter. Die Glastüren am Ende des Flurs kommen näher. Draußen sehe ich schon das Licht, das spätnachmittägliche Gold, das auf den Schulhof fällt. Noch ein paar Meter. Wenn ich draußen bin, verteilen sie sich meistens. Mehr Leute, mehr Augen. Öffentlichkeit ist manchmal Schutz.„Ey, warte doch!“ Jemand stößt mir in den Rücken, stärker diesmal. Ich mache zwei schnelle Schritte nach vorne, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Mein Herz hämmert jetzt richtig. Nicht vor Angst allein, sondern vor dieser Mischung aus Wut und Demütigung, die sich in meiner Brust aufstaut. Ich drehe mich kurz um. „Was?“ frage ich ruhig. Meine Stimme klingt erstaunlich stabil. „Chill mal, wir reden doch nur mit dir“, sagt einer und grinst schief. „Du bist so empfindlich.“ Ich antworte nicht mehr. Drehe mich wieder um und gehe weiter. Die Türen öffnen sich automatisch mit einem leisen Surren, kalte Luft schlägt mir entgegen. Ich setze einen Fuß nach draußen, dann den anderen. Freiheit. Und dann spüre ich es. Ein schnelles, gezieltes Haken an meinem Bein. Jemand stellt mir von hinten ein Bein. Mein Fuß bleibt hängen, mein Körper kippt nach vorne, und für einen Sekundenbruchteil hoffe ich noch, dass ich mich fange. Tue ich nicht. Meine Hände schlagen hart auf dem Beton auf, der Aufprall jagt einen stechenden Schmerz durch meine Handflächen. Mein Knie trifft als Nächstes den Boden, rau, gnadenlos. Mein Rucksack rutscht von der Schulter und landet neben mir. Für einen Moment ist alles still in meinem Kopf, als hätte jemand den Ton abgedreht. Dann kommt das Lachen. Laut. Offen.  „Oh shit, Crowe ist abgestürzt! Systemfehler!“ Ihre Stimmen überschlagen sich. Ich bleibe einen Atemzug lang liegen. Nicht, weil ich nicht aufstehen kann. Sondern weil ich diesen Moment brauche. Um nicht irgendwas zu tun, das ich bereue. Um nicht zu zeigen, wie sehr es gerade brennt. Meine Hände fühlen sich an, als hätten sie Feuer gefangen, mein Knie pocht. Ich schmecke Blut, weil ich mir auf die Lippe gebissen habe. Langsam drücke ich mich hoch und sah wie sie mein rucksack auf den boden verteilten und alles herumschoben, hier draußen standen nicht mehr soviele herum und schaute zu wie es in den Gängen der fall war, aber genug da sich eingeschüchtert war. "Naaaa ich hoffe das ist dir eine Lehre rumzulügen wer dein Freund ist...du hättest niemals diese Lüge rumerzählen sollen Krähenfuß!" kicherte eine schülerin, ja ich wusste genau was sie meinten,seit dem habe ich niemals mehr erwähnt da sich caleb kannte, ich dachte wirklich wenn ich es sage würde sich was ändern, aber es wurde nur noch schlimmer.
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Stille ist nicht immer die beste Wahl, Präsens schon.. - von Seojun Crowe - 03-05-2026, 09:13 AM

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