02-10-2026, 08:27 PM
Szeneninformationen
Charaktere: Ethan Rivera & Min Baek
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 10.02.2026
Triggerwarnung: FSK 21
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 10.02.2026
Triggerwarnung: FSK 21
Wenn er durch den Raum ging, spannte sich alles in mir an. Ich hielt den Atem ein, tat so, als würde ich besonders konzentriert rechnen, als wäre mir jede Zahl wichtig. Ich vermied es, ihn anzusehen, weil ich wusste, dass ein einziger Blick reichen könnte, um mich zu verraten. Stattdessen hörte ich nur seine Stimme, ließ sie über mich hinwegziehen, wie Musik, die man nicht bewusst anhört, aber trotzdem fühlt. Als die anderen tuschelten, blieb ich still. Tat so, als würde mich das nichts angehen. Ich spürte die Blicke, das Kichern, und es war mir unangenehm, aber ich sagte nichts. Ich wollte einfach nur durch die Stunde kommen, ohne aufzufallen, ohne dass irgendjemand bemerkte, wie sehr mich seine Nähe aus dem Gleichgewicht brachte. Er kam zu den Mädels und die frage wurde nicht beantwortet, somit wusste ich selber nicht ob es eine Frau in seinen Leben gab, aber was zum teufel interessierte mich das? Ich war sein Schüler!
Als das Klingeln näher rückte, war ich innerlich schon auf dem Sprung. Tasche packen, aufstehen, gehen. Genau wie immer. Weg, bevor irgendetwas passieren konnte. Mein Magen zog sich zusammen, noch bevor mein Kopf wirklich begriff, dass er mich meinte. Ich war fast schon halb aus dem Raum, die Tasche hing mir locker über der Schulter, als sein Blick mich traf und mein Name fiel. Ich nickte nur kurz, sagte nichts, und ging zur Tür zurück. Meine Hand lag einen Moment zu lange auf der Klinke, bevor ich sie schloss. Das leise Klicken hallte viel lauter durch den Raum, als es sollte. Plötzlich war alles still. Keine Stimmen mehr, kein Stühlerücken, nur wir beide und dieses unangenehme Gefühl in meiner Brust. Ich drehte mich langsam um und blieb ein paar Schritte von ihm entfernt stehen. Zu nah wollte ich nicht kommen. Ich hielt meinen Blick gesenkt, fixierte irgendeinen Punkt am Boden, als wäre er gerade extrem wichtig. Meine Finger krallten sich unbewusst in den Stoff meiner Tasche, nur um irgendetwas zu tun.
Warum immer ich, dachte ich. Nicht genervt, eher nervös. Ich ging im Kopf durch, was ich falsch gemacht haben könnte. Zu still gewesen? Zu abwesend? Die Kritzeleien in meinem Heft schoben sich mir in den Kopf, diese halbfertigen Notenlinien, die sicher nicht wie Mathe aussahen.
„Ja…?“ brachte ich schließlich leise hervor. Meine Stimme klang ruhiger, als ich mich fühlte. Ich zwang mich, kurz aufzusehen nicht lange, nur so viel, wie nötig war, um nicht unhöflich zu wirken. Danach senkte ich den Blick wieder.
Ich sagte mir selbst, dass das hier nur Schule war. Ein Gespräch. Etwas Organisatorisches. Nichts weiter. Trotzdem schlug mein Herz zu schnell, und ich hasste mich ein bisschen dafür.
